Manuel Grotz
Manuel Grotz Privatanleger · Aktionärsforum Bodensee
Golden Week: Droht Gold jetzt der Absturz unter 4.000 $?
Video-Analyse & EinordnungGolden Week 1.–7.10.

Golden Week: Droht Gold jetzt der Absturz unter 4.000 $?

30. September 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten · Video von axinocapital (Jan Willhöft)
Golden Week in China – droht dem Goldpreis ein Rücksetzer unter 4.000 US-Dollar?

Der Goldpreis kratzt heute wieder an der Marke von 4.200 US-Dollar – und trotzdem schlägt Rohstoff-Experte Jan Willhöft von axinocapital Alarm. Der Grund ist kein Chart-Signal und keine Notenbank-Entscheidung, sondern ein Feiertag: Ab dem 1. Oktober ist China eine Woche lang im Urlaub. Und genau in dieser Woche wurde Gold in den letzten Jahren auffallend oft „heruntergeprügelt“. Zufall? Ich habe mir das Video angesehen und fasse zusammen, was dahintersteckt – und was ich daraus mitnehme.

~4.200 $
Goldpreis am 30.09.2026
5 von 6
Golden Weeks seit 2020 mit Rücksetzern
4.000 $
Marke, an der China nachkauft
>1 Bio. $
US-Zinslast pro Jahr (laut Video)

▶Das Video: „Warnung: Gefährliche Gold-Woche beginnt?!“

Quelle: YouTube-Kanal axinocapital, veröffentlicht am 30.09.2026 (ca. 22 Minuten). Die Einbettung erfolgt über den datensparsamen youtube-nocookie-Modus.

01Das Golden-Week-Muster: Wenn China Urlaub macht, fällt Gold?

Die Golden Week ist Chinas Nationalfeiertagswoche rund um den 1. Oktober. Die Börsen in Shanghai sind geschlossen, die Shanghai Gold Exchange pausiert – und damit fehlt am Goldmarkt für ein paar Tage der wichtigste physische Käufer der Welt.

Willhöft hat sich die Tagescharts seit 2020 angesehen und jeweils die erste Oktoberwoche markiert. Das Ergebnis:

JahrWas in der Golden Week passierte (laut Video)
2020Eine einzelne, sehr große rote Tageskerze
2021Mehrere große rote Tage in der ersten Oktoberwoche
2022Erst ein Anstieg – danach wurde der Kurs wieder „runtergeprügelt“
2023Heftiger Abverkauf Ende September / Anfang Oktober. Als China zurückkam, ging es steil nach oben – der Startschuss des großen Gold-Bullenmarkts
2024Wieder Druck auf den Goldpreis, solange China fehlte
2025Kaum Bewegung – eher eine ruhige, gute Phase
Die Kernaussage: Es muss nicht passieren, und am Ende der Woche kann Gold trotzdem höher stehen. Aber „mit scharfen Attacken ist auffallend häufig zu rechnen, während die Chinesen nicht da sind“. Wer das weiß, gerät bei einer großen roten Kerze nicht in Panik.

02Wie weit kann Gold fallen? Die 4.000-Dollar-Frage

Kursziele nennt Willhöft bewusst nicht – wer behaupte, er wisse, wo Gold am 1.12. steht, sei unseriös. Stattdessen zeigt er einen Chart, der mehr verrät als jede Prognose: die offiziell gemeldeten Goldkäufe der chinesischen Zentralbank im Vergleich zum Goldpreis.

  • 2025, als Gold stark stieg, kaufte Peking weniger.
  • Als Gold vom Allzeithoch über 5.000 $ zurückfiel, kaufte China wieder mehr und mehr.
  • In den letzten zwei Monaten – mit Gold um die 4.000 $ – gab es extreme Ausschläge nach oben bei den Käufen.

Seit Gold im Oktober 2025 über 4.000 $ gestiegen ist, wurde diese Marke nie nachhaltig unterschritten – nicht einmal nach dem Absturz von rund 5.600 $ auf 4.400 $ um etwa 20 % in wenigen Tagen. Die Käufer sind da.

„Ich kann mir vorstellen, dass wir kurzfristig unter diese 4.000er Marke rutschen – um nochmals die schwachen Hände schnell aus dem Markt zu schmeißen.“– Jan Willhöft sinngemäß, axinocapital (ab 04:41)

Sein Szenario: Ein kurzer, heftiger Ausverkauf während der Golden Week, der nervöse Anleger aus dem Markt schüttelt, bevor die „starken Hände“ günstig nachladen. Langfristig unter 4.000 $ zu bleiben, hält er für schwer vorstellbar. Seine eigene Taktik (ausdrücklich keine Empfehlung): Bei einem ordentlichen Rücksetzer stark nachkaufen.

Wie sich die Lage live entwickelt, kannst du übrigens jederzeit im Makro-Monitor verfolgen.

03„Das Haus ist am Ende“ – warum die Schuldenkrise Gold antreibt

Im zweiten Teil wird es grundsätzlicher. Willhöft zeigt das Bild eines zerfallenden Hauses, das nur noch von ein paar Stützpfeilern gehalten wird – für ihn das Symbol des Papiergeldsystems und der US-Dollar-Dominanz. Einer dieser Pfeiler sei US-Finanzminister Scott Bessent, den er als ehemaligen Fondsmanager mit Gold als größter Privatposition durchaus schätzt. Aber: „Er kann ein sinkendes Schiff nicht retten.“

Die Warnsignale am Anleihemarkt

  • USA: 30- und 10-jährige Renditen steigen weiter; laut Video zuletzt auf dem höchsten Stand seit 2001. Bessent habe inzwischen eingeräumt, die Anleihemärkte seien zu liquide, um wirksam einzugreifen.
  • Frankreich: Rund 4,8 % für zehnjährige Staatsanleihen, der Abstand zu deutschen Bundesanleihen ist zuletzt kräftig gesprungen (laut Video auf rund 118 Basispunkte).
  • Japan: Das am höchsten verschuldete große Industrieland sieht ebenfalls explodierende Langfristzinsen.

Warum Staaten nicht pleitegehen – und genau das das Problem ist

Der vielleicht wichtigste Gedanke des Videos: Anders als ein Privatmensch, der nach Ende der Zinsbindung sein Haus verkaufen muss, geht ein Staat mit eigener Notenbank nicht pleite. Er „spielt Monopoly mit der Bank an seiner Seite“ und druckt nach. Allein die US-Zinslast liegt laut Video bei über 1,1 Billionen US-Dollar pro Jahr – Tendenz steigend.

Die Schlussfolgerung: Wenn am Ende die Notenpresse die Schulden löst, will Willhöft Hard Assets besitzen – Dinge, die man nicht beliebig nachdrucken kann: Edelmetalle, Rohstoffe und vor allem Minenaktien, bei denen er das größte Aufwärtspotenzial sieht.

04Gasspeicher so leer wie nie – und jetzt auch noch Diesel

Der dritte Block betrifft uns in Deutschland direkt. Laut der im Video gezeigten Grafik liegen die Gasspeicher für die Saison 2026/27 deutlich hinter dem Vorjahr – historisch so niedrig wie selten zuvor. Dazu kommen:

  • Lieferprobleme aus Saudi-Arabien nach Angriffen auf die Ost-West-Pipeline zum Roten Meer (laut Video inzwischen teilweise repariert),
  • die frische Meldung, dass Russland sein Exportverbot für Diesel verlängert.

Panikmache ist das bei Willhöft ausdrücklich nicht: Niemand werde in Deutschland im Dunkeln sitzen. Aber ein wohlhabendes Land wie Deutschland werde sich das Gas im Zweifel teuer auf dem Weltmarkt zusammenkaufen – finanziert über Schulden und neues Geld. Womit wir wieder bei den Hard Assets sind.

05Robert Friedland: „Willst du sterben?“

Besonders spannend fand ich den Teil über Robert Friedland, einen der bekanntesten Bergbau-Milliardäre der Welt, der zuletzt auch im Oval Office zu Gast war. Auf dem Mining Forum Americas sagte er sinngemäß: Man könne Minen natürlich nach dem Net Present Value (NPV) bewerten – aber wenn ein Staat die Metalle für seine eigene Verteidigung, für KI, Robotik und Rüstung nicht hat, dann sind diese Modelle „aus dem Fenster zu werfen“. Lieber teure Rohstoffe als gar keine.

Willhöfts Fazit daraus: Der Bergbau ist einer der am meisten übersehenen Sektoren. Fast kein Fondsmanager im deutschsprachigen Raum kenne sich damit aus, weil Minen zyklisch und schwer zu verstehen sind. Genau darin sieht er die Chance – auch weil sein eigenes Minendepot trotz des Goldrückgangs von rund 4.700 auf 4.200 $ vergleichsweise wenig nachgegeben habe. Die Minen verdienen weiterhin sehr gut, und der beginnende Übernahme-Zyklus (M&A) mache besonders Explorer und Developer spannend.

Bonus: Antimon + Gold als „doppelter Boden“

Zum Schluss erwähnt Willhöft Critical One Energy, die in ihrem Antimon-Projekt im Norden Kanadas nun auch mehrere Goldtreffer gelandet haben. Antimon ist ein kleiner, dringend benötigter Nischenrohstoff, den die USA kaum selbst produzieren. Kommt er zusammen mit Gold vor, hat ein Explorer quasi zwei Eisen im Feuer.

Interessenkonflikte beachten: axinocapital ist nach eigenen Angaben Dienstleister für Aktienmarketing, wird von einigen der besprochenen Unternehmen (u. a. Critical One Energy) bezahlt und kann selbst Aktien halten. Das Video ist ausdrücklich keine Anlageberatung.

06Meine Einordnung

Was für die These spricht
  • Die Golden Week ist real messbar: Fehlt der größte physische Käufer, wird der Markt dünner – und gehebelte Verkäufe wirken stärker.
  • Die 4.000-$-Zone hat sich als robuste Unterstützung gezeigt, gestützt durch Zentralbankkäufe.
  • Steigende Langfristzinsen in USA, Frankreich und Japan zeigen, dass die Schuldenfrage kein Randthema mehr ist.
Was man nicht überinterpretieren sollte
  • Sechs Jahre sind eine kleine Stichprobe – 2025 hat das Muster nicht gegriffen.
  • Offizielle chinesische Käufe sind nur die gemeldeten Zahlen; tatsächliche Mengen kennt niemand genau.
  • Steigende Realzinsen können Gold kurzfristig auch belasten, nicht nur stützen.

07Was heißt das für dich als Anleger?

  • Nerven behalten: Eine große rote Kerze in der ersten Oktoberwoche ist historisch fast „normal“ – kein Grund für Panikverkäufe.
  • Kauflimits vorbereiten: Wer ohnehin aufstocken will, kann sich Zonen um die 4.000 $ vormerken und gestaffelt kaufen.
  • Hebel meiden: In dünnen Feiertagsmärkten werden vor allem gehebelte Positionen ausgestoppt.
  • Physisch vs. Minen trennen: Minenaktien schwanken stärker, bieten aber mehr Hebel auf den Metallpreis.
  • Steuervorteil nutzen: Physisches Gold ist in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.
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08Häufige Fragen zur Golden Week und Gold

Was ist die Golden Week in China?

Die Golden Week ist die Feiertagswoche rund um den chinesischen Nationalfeiertag am 1. Oktober. 2026 dauert sie vom 1. bis 7. Oktober. Die Börsen und die Shanghai Gold Exchange bleiben in dieser Zeit geschlossen.

Warum fällt Gold oft in der Golden Week?

Weil China als größter physischer Käufer fehlt. Der Markt wird dünner, und große Verkäufe am westlichen Terminmarkt können den Preis leichter drücken. Die im Video gezeigten Charts seit 2020 zeigen in den meisten Jahren deutliche Rücksetzer in dieser Phase.

Kann der Goldpreis unter 4.000 Dollar fallen?

Kurzfristig ist das laut Jan Willhöft möglich. Langfristig hält er es für unwahrscheinlich, weil Chinas Zentralbank genau um diese Marke stark nachkauft und die Marke seit Oktober 2025 jeder Korrektur standgehalten hat.

Sollte ich jetzt Gold kaufen?

Das kann dir niemand pauschal beantworten. Viele langfristige Anleger kaufen gestaffelt statt alles auf einmal – und nutzen Rücksetzer, statt ihnen hinterherzulaufen. Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung.

09Mein Fazit

Das Video ist kein Crash-Alarm, sondern eine Vorwarnung: In den nächsten Tagen könnte es am Goldmarkt ruppig werden, einfach weil China fehlt. Wer das Muster kennt, sieht einen möglichen Rutsch Richtung 4.000 $ eher als Gelegenheit denn als Katastrophe. Die großen Treiber – Schulden, steigende Zinsen, Energie- und Rohstoffknappheit – bleiben laut Willhöft intakt. Plan statt Panik ist für mich deshalb auch diesmal die richtige Haltung.

Passend dazu auf diesem Blog: mein Edelmetall-Depot, die Makro-Lage im Makro-Monitor, der Beitrag China stoppt Papiergold und die Analyse Gold-Crash: Ende der Rallye oder Kaufchance?

Morgen · kostenlos

Online-Roadshow mit Prospect Resources: Die Chance im Kupfermarkt?

📅 Donnerstag, 01.10.2026 · 🕕 18:00 Uhr · 💻 Online-Webinar von axinocapital

Jan Willhöft spricht morgen gemeinsam mit Sam Hosack über Prospect Resources und den Kupfermarkt. Die Teilnahme ist kostenlos – Anmeldung mit Vorname, Nachname und E-Mail genügt. Ideal, um Fragen direkt an das Management zu stellen, statt nur Präsentationen zu lesen.

Jetzt kostenlos zum Webinar anmelden → Externer Link zu axinocapital. Die Veranstaltung ist eine Unternehmenspräsentation; axinocapital wird von präsentierenden Unternehmen vergütet. Keine Anlageberatung.
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Hinweis: Dieser Beitrag fasst ein öffentlich verfügbares YouTube-Video zusammen und ordnet es ein. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Aussagen aus dem Video sind als Meinung des Sprechers gekennzeichnet; Zahlen stammen aus dem Video und wurden nicht in jedem Fall unabhängig geprüft. Investitionen in Edelmetalle und insbesondere Rohstoffaktien sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.
Quellen:
  • axinocapital: „Warnung: Gefährliche Gold-Woche beginnt?!“, YouTube, 30.09.2026
  • axinocapital Disclaimer und Interessenkonflikte: axinocapital.de/disclaimer
  • Webinar-Anmeldung Prospect Resources Online-Roadshow: axinomedia.ac-page.com/psc-onlineroadshow
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⚠️ Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

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