Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?
Der nächste Schlag für die Goldbullen: Am 28. September 2026 ist der Goldpreis erneut kräftig eingebrochen – je nach Quelle um rund 3 bis 3,5 % auf etwa 4.130 bis 4.190 USD je Unze. Auf Wochensicht fehlen damit rund 200 Dollar, seit dem Hoch Ende August bei rund 4.696 USD sind es gut 11 %. Jan Willhöft von axinocapital fragt im aktuellen Video provokant: „Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ Ich ordne ein, was hinter dem Rücksetzer steckt und warum eine Korrektur noch kein Trendbruch sein muss.
„Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ – axinocapital / Jan Willhöft, 28.09.2026. Eingebunden über youtube-nocookie.com. Direkt auf YouTube ansehen.
01Was gerade passiert
Der Rücksetzer kommt nicht aus dem Nichts. Seit dem Hoch Ende August bei rund 4.696 USD baut Gold schrittweise ab – und diese Woche hat sich die Bewegung beschleunigt. Entscheidend aus charttechnischer Sicht: Wichtige Unterstützungen, unter anderem im Bereich um 4.264 USD, wurden unterschritten. Solche Marken werden gern mit Stop-Loss-Orders abgesichert – fallen sie, beschleunigt sich der Abverkauf oft mechanisch. Silber zeigte sich zuletzt sogar noch schwächer als Gold.
| Marke | Niveau (USD/oz) | Bedeutung |
|---|---|---|
| Hoch Ende August | ~4.696 | Ausgangspunkt der aktuellen Korrektur |
| Unterstützung (gebrochen) | ~4.264 | Jetzt potenzieller Widerstand bei einer Erholung |
| Aktueller Bereich | ~4.130–4.190 | Tagesschluss-Zone am 28.09.2026 (je nach Quelle) |
| Psychologische Marke | 4.000 | Runde Zahl – hier dürften Käufer und Zentralbanken genau hinschauen |
02Warum Gold fällt – die Treiber
03Die Linie von axinocapital
Der Titel des Videos ist bewusst alarmierend. Inhaltlich bleibt der Kanal seiner bekannten Linie treu: kurzfristig volatil, langfristig bullish – für Gold und vor allem für Minenaktien.
- Fundamentale Treiber intakt: Zentralbankkäufe, hohe Staatsverschuldung, De-Dollarisierung, Realzinsen und geopolitische Risiken haben sich nicht über Nacht erledigt.
- Korrekturen sind normal: Rücksetzer von 10 bis 15 % gehören in Gold-Bullenmärkten dazu und werden eher als Einstiegsgelegenheit gesehen.
- Minen als Hebel: Besonders Junior-Minen reagieren überproportional – nach unten wie nach oben.
- Strategie nicht bei jedem Rücksetzer wechseln: Wer langfristig investiert ist, sollte sich von der Tagesvolatilität nicht treiben lassen.
04Korrektur oder Trendwende? Drei Szenarien
Welches Szenario eintritt, entscheidet sich weniger am Chart als am Zins- und Dollarpfad. Die entscheidenden Signale – US-Realzinsen, Dollar-Index, Ölpreis und Volatilität – verfolge ich laufend im Makro-Monitor.
05Was heißt das für Anleger?
- Rolle von Gold klären: Versicherung und Vermögensbaustein – kein Trading-Vehikel. Wer Gold so hält, muss auf 10 % Korrektur nicht reagieren.
- Gestaffelt statt alles auf einmal: Wer nachkaufen will, verteilt Käufe auf mehrere Tranchen (z. B. bei 4.100, 4.000, 3.850 USD).
- Physisch vs. Minen trennen: Physisches Gold schwankt deutlich weniger als Minenaktien. Den Hebel nur mit Geld spielen, dessen Schwankung man aushält.
- Zielquote und Rebalancing: Eine feste Edelmetallquote (z. B. 5–15 %) sorgt automatisch dafür, dass man nach Anstiegen verkauft und nach Rücksetzern zukauft.
- Steuervorteil beachten: Physisches Gold ist in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG) – Panikverkäufe innerhalb der Frist kosten doppelt.
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06Mein Fazit
„Gold zerfällt“ klingt nach Weltuntergang – tatsächlich sehen wir nach einer historischen Rallye eine Korrektur von rund 11 %, getrieben von Fed, Dollar und Gewinnmitnahmen. Das ist schmerzhaft, aber in Gold-Bullenmärkten nichts Ungewöhnliches. Die großen Argumente für Gold – Zentralbankkäufe, Schuldenberge, De-Dollarisierung – sind nicht verschwunden. Ernst würde ich es nehmen, wenn die 4.000er-Marke nachhaltig fällt und die Realzinsen weiter steigen. Bis dahin gilt für mich: Plan statt Panik, und Minen-Hebel nur mit Maß.
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- YouTube: „Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ – axinocapital / Jan Willhöft, 28.09.2026
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