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Das große Bild auf einen Blick: Wie sich Teuerung, Leit-, Spar- und Bauzinsen, die globale Geldmenge sowie Gold- und Silberpreis entwickeln – mit Live-Charts und einer Vorausschau in drei Szenarien.
Nach zwei Jahren sinkender Raten dreht der Trend 2026 nach oben. In Deutschland lag die Inflation im August bei 2,9 %, im Euroraum sogar bei 3,3 %. Haupttreiber sind die Energiepreise (im Euroraum +14,3 % zum Vorjahr) – eine Folge der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Kernrate (ohne Energie & Lebensmittel) liegt mit rund 2,5 % hartnäckig über dem EZB-Ziel.
Harmonisierte Verbraucherpreise (HVPI), Veränderung zum Vorjahr · Monatswerte
Quelle: EZB Data Portal / Eurostat (HVPI). Live-Abruf mit statischem Fallback. EZB-Ziel: 2 %.
Die EZB hat den Kurs gedreht: Nach dem Senkungszyklus 2024/25 wurde der Einlagesatz 2026 zweimal angehoben – zuletzt am 10. September auf 2,50 % (Hauptrefinanzierung 2,65 %, Spitzenrefinanzierung 2,90 %). Für Sparer ist das gut: Top-Tagesgeld bringt wieder bis zu 4,0 %, Festgeld bis rund 3,5 %. Für Immobilienkäufer weniger: Die Bauzinsen (10 Jahre Zinsbindung) liegen wieder bei rund 4 %.
Effektiv- bzw. Leitzins in Prozent · Quartalswerte seit 2021
Quelle: EZB (Leitzinsen), Interhyp/Finanztip (Bau- & Tagesgeldzinsen, Top-Konditionen). Werte gerundet, repräsentativ.
Die Menge an Geld im Weltfinanzsystem wächst unaufhörlich. Das breite globale Geld erreichte im Juni 2026 mit rund 150 Billionen $ einen Rekord (+10,7 Bio. $ bzw. +7,7 % zum Vorjahr). Allein die US-Geldmenge M2 steht bei 23,2 Bio. $ – der 28. monatliche Anstieg in Folge. Seit dem Jahr 2000 hat sich die globale Geldmenge von 26 Bio. $ fast versechsfacht. Diese Geldschwemme ist das zentrale Langfrist-Argument der Gold- und Silber-Bullen: Das Angebot an Edelmetall wächst nur um 1–2 % p. a., die Geldmenge um ein Vielfaches.
Breites globales Geld und US-M2 in Billionen US-Dollar · Jahreswerte
Quelle: Notenbanken / Aggregatoren (breites globales Geld, Fed-M2). Werte gerundet.
Gold markierte im Januar 2026 mit 5.608 $ ein Allzeithoch und notiert jetzt bei rund 4.350 $ (≈ 3.750 €) – trotz der jüngsten Korrektur +19 % zum Vorjahr. Silber glänzt noch stärker: +52 % auf rund 64 $ (≈ 56 €). Die aktuelle Verschnaufpause geht auf steigende Realzinsen und die Fed-Zinserwartungen zurück – nicht zinstragende Anlagen wie Edelmetalle haben es dann kurzfristig schwerer. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt bei rund 68.
Der VIX misst die erwartete Schwankung des US-Aktienmarkts (S&P 500) für die nächsten 30 Tage – er gilt als „Angstbarometer“. Aktuell notiert er bei rund 16, einem ruhigen Niveau (Panik beginnt meist ab 30). Noch aussagekräftiger ist die Terminstruktur: die Kurve der VIX-Futures über die kommenden Monate. Steigt sie an (Contango), ist der Markt entspannt und rechnet mittelfristig mit etwas mehr Schwankung; fällt sie (Backwardation), herrscht akuter Stress und die Angst ist im Hier und Jetzt am größten. furzeit klares Contango – von 15,8 (Spot) auf über 21 in acht Monaten.
VIX-Spot und VIX-Futures je Fälligkeitsmonat · Quelle: CBOE/CFE via Interactive Brokers
Momentaufnahme der Futures-Settlements (Stand 12.09.2026). Steigende Kurve = Contango (Normalzustand); fallende Kurve = Backwardation (Stress). Keine Anlageberatung.
Niemand kennt die Zukunft. Statt einer einzelnen Punktprognose hilft ein Blick in drei Szenarien – jeweils mit den Faktoren, die dafür sprechen. Als Anker dienen die offiziellen EZB-Projektionen und aktuelle Analystenschätzungen (u. a. J.P. Morgan). Horizont: die kommenden 12–18 Monate.
Szenarien sind keine Vorhersagen, sondern mögliche Pfade. Prognosen von Banken werden laufend revidiert – J.P. Morgan senkte seine Ziele 2026 mehrfach. Dies ist keine Anlageberatung.
Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Oktober 2026.