Manuel Grotz
Manuel Grotz Privatanleger · Aktionärsforum Bodensee
Goldpreis fällt unter 4.200 $: Ende der Gold-Rallye?
Video-Analyse & Einordnung

Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?

Stand: 28. September 2026 · Edelmetalle · Lesezeit ca. 6 Min.

Der nächste Schlag für die Goldbullen: Am 28. September 2026 ist der Goldpreis erneut kräftig eingebrochen – je nach Quelle um rund 3 bis 3,5 % auf etwa 4.130 bis 4.190 USD je Unze. Auf Wochensicht fehlen damit rund 200 Dollar, seit dem Hoch Ende August bei rund 4.696 USD sind es gut 11 %. Jan Willhöft von axinocapital fragt im aktuellen Video provokant: „Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ Ich ordne ein, was hinter dem Rücksetzer steckt und warum eine Korrektur noch kein Trendbruch sein muss.

„Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ – axinocapital / Jan Willhöft, 28.09.2026. Eingebunden über youtube-nocookie.com. Direkt auf YouTube ansehen.

−3 bis −3,5 %
Tagesverlust 28.09.
~4.150 $
Goldpreis je Unze
~3.630 €
in Euro je Unze
−11 %
seit Hoch (~4.696 $)

01Was gerade passiert

Der Rücksetzer kommt nicht aus dem Nichts. Seit dem Hoch Ende August bei rund 4.696 USD baut Gold schrittweise ab – und diese Woche hat sich die Bewegung beschleunigt. Entscheidend aus charttechnischer Sicht: Wichtige Unterstützungen, unter anderem im Bereich um 4.264 USD, wurden unterschritten. Solche Marken werden gern mit Stop-Loss-Orders abgesichert – fallen sie, beschleunigt sich der Abverkauf oft mechanisch. Silber zeigte sich zuletzt sogar noch schwächer als Gold.

MarkeNiveau (USD/oz)Bedeutung
Hoch Ende August~4.696Ausgangspunkt der aktuellen Korrektur
Unterstützung (gebrochen)~4.264Jetzt potenzieller Widerstand bei einer Erholung
Aktueller Bereich~4.130–4.190Tagesschluss-Zone am 28.09.2026 (je nach Quelle)
Psychologische Marke4.000Runde Zahl – hier dürften Käufer und Zentralbanken genau hinschauen

02Warum Gold fällt – die Treiber

Hawkische FedDie Erwartung, dass die Zinsen höher und länger hoch bleiben, erhöht die Opportunitätskosten für ein Asset ohne laufende Erträge.
Stärkerer US-DollarGold wird in Dollar gehandelt. Steigt der Dollar, wird Gold für Käufer außerhalb der USA teurer – die Nachfrage sinkt.
GewinnmitnahmenNach einer der stärksten Rallyes seit Jahrzehnten sitzen viele auf dicken Gewinnen. Die ersten Risse im Chart lösen Verkäufe aus.
Ölschock & GeopolitikDer Konflikt USA–Iran rund um Hormuz treibt den Ölpreis – und damit die Inflationserwartung und die Zinsfantasie.
Das Paradox: Eigentlich gilt Gold als sicherer Hafen in geopolitischen Krisen. Kurzfristig kann ein Ölpreisschock Gold aber belasten – über den Zins- und Dollar-Kanal: höheres Öl → mehr Inflationsdruck → Fed bleibt hart → höhere Realzinsen und stärkerer Dollar → Gegenwind für Gold.

03Die Linie von axinocapital

Der Titel des Videos ist bewusst alarmierend. Inhaltlich bleibt der Kanal seiner bekannten Linie treu: kurzfristig volatil, langfristig bullish – für Gold und vor allem für Minenaktien.

  • Fundamentale Treiber intakt: Zentralbankkäufe, hohe Staatsverschuldung, De-Dollarisierung, Realzinsen und geopolitische Risiken haben sich nicht über Nacht erledigt.
  • Korrekturen sind normal: Rücksetzer von 10 bis 15 % gehören in Gold-Bullenmärkten dazu und werden eher als Einstiegsgelegenheit gesehen.
  • Minen als Hebel: Besonders Junior-Minen reagieren überproportional – nach unten wie nach oben.
  • Strategie nicht bei jedem Rücksetzer wechseln: Wer langfristig investiert ist, sollte sich von der Tagesvolatilität nicht treiben lassen.
„Korrekturen sind im Bullenmarkt keine Katastrophe, sondern der Preis für die Teilnahme am Trend.“ Sinngemäße Zusammenfassung der Kanal-Botschaft
Aber: Der Hebel der Minen wirkt in beide Richtungen. Wenn Gold 11 % korrigiert, können Junior-Minen schnell 25–40 % verlieren. Und das Video enthält wie üblich einen umfangreichen Disclaimer – inklusive möglicher Interessenkonflikte und Werbung (u. a. für Smartbroker+). Das sollte man beim Einordnen im Hinterkopf behalten.

04Korrektur oder Trendwende? Drei Szenarien

Schnelle ErholungFed signalisiert Entspannung oder der Ölpreis beruhigt sich. Gold erobert 4.264 USD zurück – die Korrektur war ein Shakeout.
Seitwärts-BodenGold pendelt einige Wochen zwischen ~4.000 und ~4.300 USD und baut die Übertreibung zeitlich ab. Historisch häufigstes Muster.
Tiefere KorrekturHarte Fed, starker Dollar, weitere Zwangsverkäufe: Die 4.000er-Marke fällt, Ziele um 3.800 USD kommen ins Spiel.

Welches Szenario eintritt, entscheidet sich weniger am Chart als am Zins- und Dollarpfad. Die entscheidenden Signale – US-Realzinsen, Dollar-Index, Ölpreis und Volatilität – verfolge ich laufend im Makro-Monitor.

05Was heißt das für Anleger?

Gelassen bleiben – mit Plan
  • Rolle von Gold klären: Versicherung und Vermögensbaustein – kein Trading-Vehikel. Wer Gold so hält, muss auf 10 % Korrektur nicht reagieren.
  • Gestaffelt statt alles auf einmal: Wer nachkaufen will, verteilt Käufe auf mehrere Tranchen (z. B. bei 4.100, 4.000, 3.850 USD).
  • Physisch vs. Minen trennen: Physisches Gold schwankt deutlich weniger als Minenaktien. Den Hebel nur mit Geld spielen, dessen Schwankung man aushält.
  • Zielquote und Rebalancing: Eine feste Edelmetallquote (z. B. 5–15 %) sorgt automatisch dafür, dass man nach Anstiegen verkauft und nach Rücksetzern zukauft.
  • Steuervorteil beachten: Physisches Gold ist in Deutschland nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG) – Panikverkäufe innerhalb der Frist kosten doppelt.
Physisch nachkaufen im Rücksetzer?
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06Mein Fazit

„Gold zerfällt“ klingt nach Weltuntergang – tatsächlich sehen wir nach einer historischen Rallye eine Korrektur von rund 11 %, getrieben von Fed, Dollar und Gewinnmitnahmen. Das ist schmerzhaft, aber in Gold-Bullenmärkten nichts Ungewöhnliches. Die großen Argumente für Gold – Zentralbankkäufe, Schuldenberge, De-Dollarisierung – sind nicht verschwunden. Ernst würde ich es nehmen, wenn die 4.000er-Marke nachhaltig fällt und die Realzinsen weiter steigen. Bis dahin gilt für mich: Plan statt Panik, und Minen-Hebel nur mit Maß.

Passend dazu auf diesem Blog: mein Edelmetall-Depot, die laufende Makro-Lage im Makro-Monitor und mein Investment Depot.

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Hinweis: Dieser Beitrag fasst ein Video zusammen und ordnet es ein. Kursangaben sind Näherungswerte vom 28.09.2026 und können je nach Quelle und Uhrzeit abweichen. Die genannten Szenarien und Marken sind keine Prognose und keine Empfehlung. Der Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Kapitalanlagen bergen Risiken bis hin zum Totalverlust. Der Beitrag enthält einen als Werbung gekennzeichneten Affiliate-Link. Stand: 28.09.2026.
Quellen:
  • YouTube: „Gold zerfällt – war’s das mit der Rallye?“ – axinocapital / Jan Willhöft, 28.09.2026
  • wallstreet-online.de: „Goldpreis bricht ein – jetzt 4.179,69 USD“, 28.09.2026
  • wallstreet-online.de: Rohstoffpreise Überblick – Gold, Silber, Öl, 28.09.2026
  • ms-aktuell.de: „Goldpreis fällt fast 4 Prozent: Silber noch schwächer“, 28.09.2026
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⚠️ Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

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