Insolvenzwelle 2026: Wenn auch tragfähige Betriebe aufgeben müssen
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland steigt weiter. Laut Creditreform gab es im ersten Halbjahr 2026 rund 12.900 Unternehmensinsolvenzen, 7,8 % mehr als im Vorjahr und so viele wie seit 2013 nicht mehr. Rund 165.000 Arbeitsplätze waren betroffen, der Schaden liegt bei etwa 28,5 Milliarden Euro.
Nicht nur Wackelkandidaten
Creditreform-Chefökonom Patrik-Ludwig Hantzsch warnte gegenüber Reuters, dass vor allem im verarbeitenden Gewerbe auch Betriebe aus dem Markt gedrängt werden, die betriebswirtschaftlich eigentlich tragfähig sind. Eine konkrete Zahl nannte er bewusst nicht, weil das Jahr 2026 eine „viel zu große Blackbox“ sei.
Was die Kreditversicherer erwarten
Allianz Trade rechnet für 2026 mit einem Plus von 2 % auf 24.650 Fälle, dem höchsten Stand seit 14 Jahren. Coface erwartet rund 5 % mehr. Der Höhepunkt ist laut Creditreform noch nicht erreicht, eine Stabilisierung erwartet sie frühestens 2027.
Die Ursachen
Nach Jahren mit Rezession und Stagnation kommen der Energiepreisschock durch den Nahost- und Iran-Konflikt, höhere Zinsen und hohe Kosten dazu. Besonders betroffen sind Bau, Chemie, Metall und Textil. Ein Beispiel ist die Almil AG aus Polling (Bärenmarke), die im August Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hat. Rund 110 Beschäftigte sind betroffen.
Was heißt das für Anleger?
Steigende Pleitezahlen treffen zuerst Firmen mit hohen Schulden und schwachen Margen. Für dein Depot heißt das: Achte auf solide Bilanzen und eine geringe Verschuldung, und verlass dich nicht auf einen bekannten Namen.
Quellen: Creditreform · Allianz Trade · Coface
Hinweis: Keine Anlageberatung.
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