Manuel Grotz
Manuel Grotz Privatanleger · Aktionärsforum Bodensee
Gold: Erst Crash auf 3.600 $, dann 8.500 $? Zwei Szenarien für Edelmetalle
Edelmetalle

Gold: Erst der Crash – dann 8.500 Dollar? Zwei Szenarien für die Edelmetall-Rally

Edelmetalle & Marktanalyse · Lesezeit ca. 6 Min.

Unter Goldanalysten herrscht selten so viel Uneinigkeit wie derzeit: Steht den Edelmetallen eine Sommer- und Jahresendrally unmittelbar bevor – oder droht vorher noch ein finaler, heftiger Rücksetzer? Jan Wilhöft von axinocapital hat in einem aktuellen Video beide Lager gegenübergestellt. Hier die Kernthesen im Überblick – inklusive des makroökonomischen Unterbaus, der langfristig für beide Seiten gleich aussieht.

1.Szenario 1: Der finale „Washout“ (Sprott-Lager)

Die Analysten rund um Sprott Money halten technisch einen kurzen, brutalen Rücksetzer für denkbar: Gold von aktuell rund 4.000 $ auf etwa 3.600 $ – womöglich nur für Stunden oder wenige Tage. Ziel eines solchen Moves wäre, extrem gehebelte Spekulanten aus dem Markt zu „waschen“, bevor die nächste große Aufwärtswelle startet. Das langfristige Kursziel dieses Lagers: bis zu 8.500 $.

Für Silber gilt dieselbe Logik: Ein kurzer Rutsch von der aktuellen Unterstützungszone bei 55–60 $ bis auf 40 $ wäre technisch möglich – als Sprungbrett für die nächste Aufwärtswelle.

2.Szenario 2: Der Boden ist längst drin (Florian Grummes)

Die bullischere Sichtweise geht davon aus, dass die aktuellen Niveaus bereits die Talsohle markieren. Rückenwind liefert die ab Juli einsetzende positive Saisonalität bei Edelmetallen: Gold könnte demnach zügig zurück in Richtung seiner 50- bzw. 200-Tage-Linie bei 4.450–4.500 $ laufen. Für Silber wären in diesem Szenario Ziele um 70 $ denkbar.

Szenario 1: WashoutSzenario 2: Boden gefunden
VertreterSprott-Money-AnalystenFlorian Grummes
Gold kurzfristigRücksetzer auf ca. 3.600 $Anstieg Richtung 4.450–4.500 $
Silber kurzfristigRutsch bis ca. 40 $Ziele um 70 $
Gold langfristigAufwärtstrend intakt – Kursziel bis zu 8.500 $

3.Das große Bild: Zentralbanken kaufen, Ausland meidet US-Anleihen

Langfristig bleibt das Umfeld für harte Assets laut dem Video intakt – aus zwei Gründen:

  • Zentralbankkäufe: Nach einer kurzen Pause kaufen die Notenbanken weltweit wieder massiv Gold zu – allen voran Polen, Usbekistan und China. Das Motiv: schrittweise Abkopplung vom US-Dollar-System.
  • US-Schuldenkrise: Ausländische Käufer halten immer weniger US-Staatsanleihen – der Anteil ist von ehemals knapp 35 % auf nur noch rund 12,5 % der ausstehenden Treasuries gefallen. Die Finanzierung verlagert sich nach innen, was die langfristige Geldentwertung und Inflation weiter anheizen dürfte.
Beide Lager sind sich beim langfristigen Trend einig – gestritten wird nur über den Weg dorthin. Für langfristige Anleger relativiert das die Frage nach dem perfekten Einstiegszeitpunkt.

4.Risikofaktor: Die fragile KI- und Halbleiter-Rally

Als größtes kurzfristiges Risiko – auch für Edelmetalle – nennt das Video den heißgelaufenen KI- und Halbleitersektor, dessen extreme Volatilität sich beispielhaft am koreanischen Kospi-Index zeigt. Der unangenehme Mechanismus: Korrigiert die „KI-Blase“ (schon eine normale Korrektur von 10–30 % reicht), könnten gehebelte Spekulanten gezwungen sein, liquide Assets wie Gold und Silber zu verkaufen, um Verluste an anderer Stelle auszugleichen. Genau so entstehen die kurzen, scharfen Rücksetzer aus Szenario 1 – ohne dass sich am Goldpreis-Fundament irgendetwas ändert.

💡 Konsequenz des Sprechers: Trotz langfristigem Bullismus eine gewisse Cash-Quote halten – wer liquide ist, kann einen möglichen Washout als Nachkaufchance nutzen, statt ihn aussitzen zu müssen.

5.Zwei Einzelwerte am Rande: First Mining Gold & Aguia Resources

Am Ende des Videos werden – unter ausdrücklichem Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte (Eigenbestand/Marketing-Mandate) – zwei Unternehmen besprochen:

  • First Mining Gold: Trotz schwachem Goldpreis ein Rebound von 42 auf über 72 Cent, ausgelöst durch eine wichtige Lizenz für das Springpole-Projekt in Kanada. Die Botschaft: Entwickler können bei fundamentalen Fortschritten unabhängig vom Gesamtmarkt steigen.
  • Aguia Resources: Startet in Brasilien die Düngemittelproduktion – die brasilianische Regierung will Düngemittelimporte bis 2050 massiv senken, wovon heimische Produzenten profitieren könnten. Dass der Kurs bislang kaum reagiert, deutet der Sprecher als Zeichen eines vorsichtigen Markts, der News nicht mehr blind kauft.
⚠️ Bei kleinen Explorer- und Entwickler-Aktien gilt generell: hohes Risiko, geringe Liquidität, und die Besprechung im Video erfolgt mit offengelegten Interessenkonflikten. Solche Werte sind allenfalls Beimischung für sehr risikobereite Anleger – nach eigener Analyse.

Fazit: Angstphasen sind Analysephasen

Ob der Markt erst noch einmal durchgespült wird oder der Boden schon steht – das langfristige Bild aus Zentralbankkäufen, De-Dollarisierung und US-Schuldenproblematik spricht laut dem Video weiter für Edelmetalle. Das Schlussplädoyer ist entsprechend konträr gedacht: Die aktuelle Phase aus Angst und Vorsicht nicht als Bedrohung, sondern als Gelegenheit für eigene Analysen und strategische Einstiege begreifen – mit ausreichend Cash in der Hinterhand für den Fall, dass Szenario 1 doch noch kommt.

Das komplette Video

Video: „Gold: Erst Crash, dann 8.500 Dollar?“ – axinocapital (Jan Wilhöft) auf YouTube

Anzeige · Affiliate-Link
Physisches Gold & Silber kaufen – mein Partner: Kettner Edelmetalle

Wer Rücksetzer wie in Szenario 1 zum physischen Nachkauf nutzen will, braucht einen Händler mit fairen Preisen und schneller Abwicklung. Ich selbst tracke meine Edelmetalle mit der App von Kettner Edelmetalle. Bei einem Kauf über meinen Link erhalte ich eine kleine Provision – für dich ändert sich am Preis nichts.

Zu Kettner Edelmetalle →
Gold Silber Edelmetalle Zentralbanken De-Dollarisierung KI-Blase Minenaktien axinocapital
⚠️ Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzungen und Prognosen Dritter (axinocapital / Jan Wilhöft sowie der zitierten Analysten) wieder und dient ausschließlich der Information – er ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Kursziele wie 8.500 $ sind spekulative Szenarien, keine Vorhersagen. Bei den genannten Einzelwerten bestehen laut Video Interessenkonflikte des Erstellers. Investitionen in Edelmetalle und insbesondere in Explorer-Aktien sind mit erheblichen Risiken bis zum Totalverlust verbunden. Dieser Beitrag enthält einen gekennzeichneten Affiliate-Link.

Quelle:

Tags

⚠️ Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.

← Vorheriger Artikel
Einbauküche im Kaufvertrag: Bis zu 6,5 % Grunderwerbsteuer sparen + Turbo-AfA