Gold 20.000 $, Öl 500 $? Warum wir erst am Anfang einer Rohstoffdekade stehen
Nach den massiven Höchstständen bei Gold und Silber haben die jüngsten Kursrücksetzer viele Anleger verunsichert. Fondsmanager Florian Günther ordnet die Korrektur im Gespräch mit Jan von axinocapital jedoch als völlig normale Konsolidierung ein – ein „gesundes Ausatmen“ nach einem 100-Meter-Sprint. Seine Kursziele haben es in sich: 20.000 USD für Gold und 500 USD pro Barrel Öl. Die wichtigsten Punkte im Überblick.
1.Die Kernbotschaft: Anfang einer Rohstoffdekade
An den fundamentalen Wirtschaftsdaten hat sich in den letzten Monaten nichts geändert. Die Kursrücksetzer bei Gold und Silber nach den massiven Höchstständen sind demnach eine völlig normale Konsolidierung – kein Trendbruch. Wer langfristig Vermögen aufbauen will, muss einen Atem von 5 bis 10 Jahren mitbringen, statt auf Reichtum über Nacht zu hoffen.
2.Gold & Silber: Historischer Ausbruch intakt
Im Verhältnis zum breiten Aktienmarkt (S&P 500) gab es im März 2025 einen historischen Ausbruch bei Gold. Der aktuelle Rücklauf testet lediglich den gleitenden Durchschnitt – aus charttechnischer Sicht ein normaler Vorgang innerhalb eines intakten Aufwärtstrends.
- Gold: Ein Kursziel von 20.000 USD ist für Florian Günther keine Frage des „Ob“, sondern des „Wann“ – realistischer Zeithorizont: Richtung 2030.
- Silber: Lief im Sommer 2025 nach, korrigierte von der Spitze bei 120 USD auf ca. 70 USD – hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr aber immer noch verdoppelt.
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3.Rohöl: Der schlafende Riese
Historische Daten der letzten 230 Jahre zeigen einen klaren Gleichlauf zwischen Gold, Silber und Öl. Öl hat den Ausbruch der Edelmetalle bisher noch nicht vollzogen und ist im Verhältnis zu Gold extrem günstig. Trotz politischer Störfeuer (etwa Aussagen von Donald Trump) treiben die harten ökonomischen Fakten den Preis langfristig nach oben.
4.Aktienmarkt: Droht eine verlorene Dekade?
Die vergangenen 100 Jahre zeigen, dass es am Aktienmarkt immer wieder „verlorene Dekaden“ gab (z. B. 1930er/40er Jahre, 1970er oder 2000–2011), in denen mit Standardaktien kein Geld zu verdienen war – während Rohstoffe boomten. Die Wachstumsphase der Tech-Aktien (Magnificent 7) schwächelt bereits. Die Experten gehen davon aus, dass die produktive Phase für den breiten Aktienmarkt erst einmal vorbei ist und das Geld nun in Sachwerte umschichtet.
5.Strategie: Minenaktien vs. Ölaktien
Innerhalb eines Rohstoffzyklus wechseln sich die Sektoren ab. Ende 2025 / Anfang 2026 war die Phase, in der Ölaktien (z. B. Exxon, Chevron, Shell) im Vergleich zu Edelmetallminen historisch günstig waren. Das bedeutet nicht, dass Gold- und Silberminen fallen müssen – sie können sich vervielfachen –, aber Ölaktien könnten in dieser Phase eine noch stärkere Outperformance hinlegen.
Fazit: Emotionen kontrollieren statt „German Angst“
Erfolgreiche Investoren müssen ihre Emotionen kontrollieren. Wenn gute Assets um die Hälfte korrigieren, ist das kein Grund wegzurennen – sondern eine Gelegenheit, Qualität zu einem günstigeren Preis einzusammeln. Wer die Rohstoffdekade mitnehmen will, braucht Geduld, einen langen Atem und starke Nerven.
Quelle: „Gold, Silber, Öl: Diese Kursziele sind brutal“ – axinocapital (Jan & Florian Günther).