Analyse: Wie wahrscheinlich ist eine Gasmangellage in Deutschland?
Aktueller Bericht vom 24. Januar 2026
Basierend auf aktuellen Daten offizieller Quellen und Medienberichten ist die Wahrscheinlichkeit einer akuten Gasmangellage in Deutschland derzeit als niedrig einzustufen, aber nicht vollständig auszuschließen. Die Situation wird durch eine Kombination aus historisch niedrigen Speicherständen, kalten Witterungsbedingungen und einer stabilen, diversifizierten Importstruktur geprägt.
1. Aktueller Stand der Gasspeicher
Die Gasspeicher in Deutschland sind mit 38,87 % gefüllt (Stand: 24. Januar 2026). Dies ist der niedrigste Füllstand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders kritisch: Der größte Speicher in Rehden ist nur noch zu etwa 11 % gefüllt.
- Niedrige Basis: Der Winter startete bereits mit nur 75 % Füllung (Vorjahr: 96 %).
- Kälte-Druck: Kalte Temperaturen führen zu täglichen Entnahmen von ca. 0,8–1 %.
- Gesetzeslücken: Das Energiewirtschaftsgesetz greift bisher zu kurz, da Sanktionen für unzureichende Speicherung fehlen.
2. Gasverbrauch und drohendes Winter-Finale
Trotz Effizienzsteigerungen lag der Verbrauch 2024 bei 835 TWh. Im Januar 2026 treibt die Kälte die täglichen Mengen auf bis zu 5,11 TWh. Meteorologische Prognosen warnen vor einem Polarwirbel im Februar, der die Temperaturen weiter unter den Gefrierpunkt drücken könnte, was den Verbrauch massiv anheizen würde.
3. Diversifizierte Importstruktur
Deutschland ist zu 96 % von Importen abhängig, hat diese aber erfolgreich diversifiziert:
- Norwegen (48 %): Liefert stabil an der Kapazitätsgrenze.
- Niederlande & Belgien (43 %): Wichtige Partner für Pipeline-Gas.
- LNG (8 %): Vier aktive Terminals sichern den Zugang zum Weltmarkt (hauptsächlich USA).
4. Gesamteinschätzung und Prognose
Die Bundesnetzagentur bewertet die Lage derzeit als stabil. Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet, solange keine massiven Infrastrukturausfälle auftreten.
Fazit: Eine Gasmangellage bleibt mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 10–20 % unwahrscheinlich. Dennoch bleibt das System aufgrund der leeren Speicher vulnerabler als in den Vorjahren. Sparsamer Verbrauch bleibt das Gebot der Stunde.
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