Anleihen-Rendite richtig berechnen: YTM, laufende und einfache Rendite verständlich erklärt
Eine Bundesanleihe mit „2,5 % Kupon“ bringt selten genau 2,5 % Rendite. Wer Staatsanleihen kauft, sollte den Unterschied zwischen Kupon, laufender Rendite und Rendite bis Fälligkeit kennen – sonst vergleicht er Äpfel mit Birnen. Dieser Beitrag erklärt die drei wichtigsten Renditekennzahlen und zeigt, wie du sie in Sekunden selbst berechnest.
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Kaufkurs, Kupon und Restlaufzeit eingeben – Rendite sofort sehen.
Zum Anleihenrechner →Warum Kupon nicht gleich Rendite ist
Der Kupon (oder Nominalzins) ist der feste jährliche Zins, den eine Anleihe auf ihren Nennwert von 100 zahlt. Eine Anleihe mit 2,5 % Kupon und 1.000 € Nennwert schüttet also jährlich 25 € aus – unabhängig davon, was du beim Kauf bezahlt hast.
Genau hier liegt der Knackpunkt: Anleihen werden an der Börse in Prozent des Nennwerts notiert und schwanken im Kurs. Kaufst du dieselbe Anleihe zu einem Kurs von 98,50 (also unter pari), zahlst du weniger als die spätere Rückzahlung von 100 – dein tatsächlicher Ertrag ist höher als der Kupon. Kaufst du über pari (z. B. 102), ist er niedriger.
Marktkontext Juni 2026: Die 10-jährige Bundesanleihe rentiert aktuell um die 3 %, der EZB-Einlagenzins liegt bei 2,00 %. Nach einer langen Phase von Zinssenkungen preisen die Märkte zuletzt eher wieder steigende Zinsen ein – ein Umfeld, in dem sich der genaue Blick auf die Rendite besonders lohnt.
Die drei Renditekennzahlen im Überblick
1. Laufende Rendite (Current Yield)
Die einfachste Kennzahl: Sie setzt den Kupon ins Verhältnis zum Kaufkurs.
Laufende Rendite = Kupon ÷ Kaufkurs × 100
Beispiel: 2,5 % Kupon bei einem Kurs von 98,50 ergibt eine laufende Rendite von rund 2,54 %. Sie ignoriert allerdings den Kursgewinn oder -verlust bis zur Rückzahlung – und ist deshalb nur eine grobe Momentaufnahme.
2. Einfache Rendite p.a.
Diese Kennzahl berücksichtigt zusätzlich die Differenz zwischen Kaufkurs und Rückzahlungskurs, verteilt linear über die Restlaufzeit. Sie ist genauer als die laufende Rendite, vernachlässigt aber den Zinseszinseffekt.
3. Rendite bis Fälligkeit (Yield to Maturity, YTM)
Die aussagekräftigste Kennzahl. Sie ist der interne Zinsfuß, bei dem alle künftigen Zahlungen (Kupons plus Rückzahlung) abgezinst genau dem heutigen Kaufpreis entsprechen. Die YTM berücksichtigt Kupons, Kursdifferenz, Restlaufzeit und den Zinseszinseffekt – und ist deshalb der Standard, um Anleihen unterschiedlicher Ausstattung fair zu vergleichen.
Liegt der Kaufkurs unter 100, ist die YTM höher als der Kupon. Liegt er über 100, ist sie niedriger.
Rechenbeispiel
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Kupon (Nominalzins) | 2,50 % p.a. |
| Kaufkurs | 98,50 % |
| Restlaufzeit | 5 Jahre |
| Rückzahlung | 100 % |
| Rendite bis Fälligkeit (YTM) | ≈ 2,83 % p.a. |
Obwohl der Kupon nur 2,5 % beträgt, liegt die effektive Rendite bei rund 2,83 % – weil du die Anleihe mit einem Abschlag kaufst und bei Fälligkeit den vollen Nennwert zurückbekommst. Genau diese Berechnung nimmt dir der Rechner automatisch ab.
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Jetzt Rendite berechnen →Worauf du beim Anleihenkauf zusätzlich achten solltest
- Stückzinsen: Beim Kauf zwischen zwei Zinsterminen zahlst du dem Verkäufer die anteilig aufgelaufenen Zinsen. Der Rechner weist eine Bruttorendite vor Stückzinsen aus.
- Steuern: Auf Zinsen und Kursgewinne fällt in Deutschland Abgeltungsteuer plus Soli (und ggf. Kirchensteuer) an. Die ausgewiesene Rendite ist eine Vor-Steuer-Größe.
- Bonität: Bundesanleihen gelten als sehr sicher. Höhere Renditen anderer Emittenten spiegeln meist höheres Ausfallrisiko wider.
- Zinsänderungsrisiko: Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bereits laufender Anleihen – relevant, wenn du vor Fälligkeit verkaufen willst.
Passende Anleihen finden
Wenn du konkrete Anleihen mit ISIN, Kupon und Laufzeit suchst, hilft der Anleihen-Finder der Börse Stuttgart. Die dort gefundenen Eckdaten – Kurs, Kupon, Restlaufzeit – kannst du anschließend direkt in den Anleihenrechner übertragen und die Rendite ermitteln.
Fazit
Der Kupon allein sagt wenig über den tatsächlichen Ertrag einer Anleihe aus. Erst die Rendite bis Fälligkeit macht verschiedene Anleihen vergleichbar, weil sie Kaufkurs, Laufzeit und Zinseszins zusammenführt. Statt selbst mit dem internen Zinsfuß zu rechnen, gibst du Kurs, Kupon und Laufzeit einfach in den Rechner ein – und siehst alle drei Kennzahlen auf einen Blick.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Renditeangaben sind Bruttogrößen vor Steuern; Stückzinsen und Transaktionskosten sind nicht berücksichtigt. Marktdaten Stand Juni 2026.