Manuel Grotz
Manuel Grotz Privatanleger · Aktionärsforum Bodensee
Zentralbank-Insider warnt deutsche Gold-Besitzer: Gregor Gregersen im Interview
Edelmetalle/Rohstoffe

Zentralbank-Insider warnt deutsche Gold-Besitzer: Was Gregor Gregersen wirklich meint

Marktanalyse & Edelmetalle · Interview mit Gregor Gregersen (Silver Bullion, Singapur) · Lesezeit ca. 7 Min.

Im Kanal „Rohstoff Investor“ spricht Gregor Gregersen, Gründer des Edelmetallhändlers Silver Bullion in Singapur, Klartext: über das schwindende Vertrauen in den US-Dollar, Chinas verdeckte Goldkäufe abseits der großen Börsen, die Risiken von Gold-Nationalisierungen – und warum der Silbermarkt vor neuen, heftigen Engpässen stehen könnte.

1.Vertrauenskrise: Warum der Dollar das eigentliche Thema ist

Gregersen sieht die jüngsten Preiskorrekturen bei Edelmetallen nicht als Beginn eines langanhaltenden Bärenmarktes. Zur Einordnung verweist er auf die historische Bilanz: Gold ist in den vergangenen 50 Jahren im Schnitt um 8 % pro Jahr gestiegen.

Der eigentliche Treiber liegt für ihn tiefer: Das globale Finanzsystem basiert maßgeblich auf dem Vertrauen in den US-Dollar als Reservewährung. Angesichts explodierender US-Schulden und geopolitischer Konflikte rechnet Gregersen in den kommenden zehn Jahren mit einer tiefen Vertrauenskrise der Weltleitwährung – vergleichbar mit den inflationären 1970er-Jahren, in denen Gold stark profitierte.

2.Chinas verdeckte Goldstrategie und Hongkong als Backup

Nach Gregersens Einschätzung kauft China enorme Mengen physisches Gold über den OTC-Markt (Over-the-Counter, also im Direkthandel) – abseits der großen Börsen. Dadurch fließen gewaltige physische Bestände nach China, ohne dass der offizielle Papiergold-Preis im Westen (London/New York) sofort stark nach oben getrieben wird. Schätzungen zufolge importiert China bis zu viermal mehr Gold, als offiziell gemeldet wird.

Die Kommunistische Partei Chinas baut Hongkong strategisch als massiven physischen Goldhandelsplatz und Backup-System auf. Sollte das westliche Dollarsystem kollabieren, hätte China so eine physisch gedeckte Handelsalternative außerhalb seiner eigenen restriktiven Kapitalgrenzen.

3.Gold als Kollateral: Warum Repo-Geschäfte in London ein Problem sind

Ein zentraler Kritikpunkt Gregersens betrifft die Praxis westlicher Großbanken: In London bevorzugen sie sogenannte Repo-Geschäfte. Dabei „verkauft“ der Kunde sein Gold rechtlich an die Bank, die diese Forderung auf dem Papier vielfach weiterverkaufen kann – das Gold bleibt also nicht im echten Besitz des Kunden.

Als Gegenmodell baut Gregersen in Singapur und Hongkong – wo er im Juli 2026 eine Money-Lending-Lizenz erhält – ein echtes Kollateralsystem auf: Kunden, Firmen und Family Offices behalten den rechtlichen Titel an ihrem physischen Gold, können es aber als Sicherheit hinterlegen, um zinsgünstige Kredite zu erhalten.

4.Die Gefahr von Gold-Nationalisierungen

Historisch neigen Staaten in extremen Krisen dazu, Gold zu verstaatlichen – wie die USA 1933 mit der Executive Order 6102. Gregersen warnt: Sollte es künftig zu einer US-Nationalisierung kommen, könnte dies über das Banken- und Swift-System auch deutsche Banken und deren Goldbestände treffen, da diese an US-Regularien gebunden sind.

Silver Bullion positioniert sich hier bewusst außerhalb: Das Unternehmen operiert komplett außerhalb des westlichen Bankensystems und unterliegt ausschließlich singapurischem Recht. Bei Anfragen aus den USA würde man die US-Autorität schlicht ablehnen, so Gregersen.

5.Silber: Physisches Defizit trifft auf Papier-Preis

Der Silberpreis wird im Westen laut Gregersen stark durch extrem gehebelte Terminkontrakte (Papier-Silber) bestimmt und verzerrt. Im Oktober kam es dennoch zu einem extremen Engpass an physischem Silber in London, wodurch die Leasingraten für physisches Metall kurzzeitig auf bis zu 100 % explodierten.

Durch den massiven Ausbau von Solaranlagen und E-Mobilität ist die physische Industrienachfrage nach Silber extrem hoch, während die weltweiten Bestände abnehmen. Gregersen rechnet innerhalb des nächsten Jahres mit erneuten, heftigen Engpässen und schnellen Preissprüngen.

6.Das Kino-Gleichnis: Wie sich eine Vertrauenskrise entlädt

Gregersen vergleicht den plötzlichen Vertrauensverlust in eine Währung mit Menschen in einem Kino: Wenn die ersten paar Personen panisch den Saal verlassen, reagiert kaum jemand – ab der siebten oder achten Person rennen plötzlich alle gleichzeitig los.

  • Zu Beginn einer Panik fällt der (Papier-)Preis für Gold und Silber oft, weil Trader andere Positionen glattstellen müssen.
  • Der Aufpreis (Premium) für physische Münzen und Barren schießt in der Realität jedoch sofort drastisch nach oben – physisches Metall ist mitten in der Krise kaum noch zu bekommen.
Gregersens Kernbotschaft: Wer sich absichern will, sollte physisches Gold und Silber vor der Panik erwerben – in der Krise selbst ist es zu spät.

Fazit

Gregor Gregersens Interview zeichnet das Bild einer schleichenden, aber tiefgreifenden Verschiebung im globalen Finanzsystem: eine wachsende Vertrauenskrise um den US-Dollar, eine gezielte, verdeckte Goldstrategie Chinas und strukturelle Schwächen im westlichen Papiergold- und Repo-System. Für Anleger in Deutschland liegt die zentrale Botschaft in der Frage nach echtem Eigentum, Lagerort und Rechtsraum der eigenen Edelmetallbestände – lange bevor eine Krise überhaupt sichtbar wird.

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⚠️ Hinweis: Dieser Beitrag fasst die Inhalte und Einschätzungen des verlinkten YouTube-Videos „Zentralbank-Insider warnt deutsche Gold-Besitzer“ (Rohstoff Investor im Gespräch mit Gregor Gregersen, Silver Bullion) zusammen und dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Edelmetallinvestments und insbesondere die im Video beschriebenen Kollateral- und Lagerungsmodelle im Ausland bergen eigene rechtliche und finanzielle Risiken. Bitte prüfe Angaben zu Anbietern, Rechtsraum und Konditionen eigenständig und triff Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.

Quelle: „Zentralbank-Insider warnt deutsche Gold-Besitzer“ – Rohstoff Investor im Gespräch mit Gregor Gregersen (Silver Bullion).

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