- Aktuelle Zinssenkung: Jerome Powell hat heute bestätigt, dass die US-Notenbank (Federal Reserve) die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte (25 Basispunkte) gesenkt hat, was den Zielkorridor auf 3,5 % bis 3,75 % bringt. Dies ist die dritte Senkung in Folge seit September 2025. Es gab interne Spaltungen in der Fed, da einige Mitglieder eine stärkere Senkung oder gar keine bevorzugten.
- Zukunftige Senkungen: Powell betonte, dass weitere Zinssenkungen keineswegs garantiert sind. Die Fed plane derzeit nur eine weitere Senkung im Jahr 2026 und eine im Jahr 2027, abhängig von den wirtschaftlichen Daten. Er beschrieb die Situation als „herausfordernd“ und signalisierte eine „wait-and-see“-Haltung, um die Entwicklung der Wirtschaft abzuwarten. Eine Zinserhöhung sei „nicht im Basis-Szenario“ und werde derzeit von niemandem erwartet.
- Gründe und Risiken: Die Senkung erfolgt vor dem Hintergrund eines abkühlenden Arbeitsmarkts und einer etwas erhöhten Inflation, die Powell hauptsächlich auf Zölle (tariffs) zurückführt. Er warnte vor Risiken auf beiden Seiten – höhere Arbeitslosigkeit und steigende Inflation – und betonte, dass die Fed beide Ziele (Beschäftigung und Preisstabilität) balancieren müsse, was eine „risikoreiche“ Lage darstelle.
Kontext der Entscheidung
Powell bezeichnete die heutige Senkung als „knappe Entscheidung“ (close call), da die Daten keine klare Richtung vorgaben. Die Fed habe seit September insgesamt 75 Basispunkte gesenkt und sei nun in einer „neutralen“ Position, um weitere Daten zu beobachten. Er betonte, dass die Auswirkungen von Zöllen auf die Inflation vorübergehend seien, aber die Fed müsse sicherstellen, dass sie nicht zu anhaltender Inflation führen. Für Januar 2026 sei noch keine Entscheidung gefallen.
Auswirkungen auf Wirtschaft und Märkte
Die Märkte reagierten positiv, mit steigenden Aktienindizes, da die Senkung Liquidität fördert. Powell zeigte Optimismus für das Wirtschaftswachstum, unterstützt durch KI und robusten Konsum, aber warnte vor Unsicherheiten. Die Fed prognostiziert ein solides Wachstum und eine Rückkehr der Inflation auf 2 %.
Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank (Federal Reserve), hat heute in einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) detailliert zu den Zinssenkungen Stellung genommen. Die Fed senkte die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf einen Zielkorridor von 3,5 % bis 3,75 %, was die dritte Senkung in Folge darstellt und den Gesamtrückgang seit September 2025 auf 75 Basispunkte bringt. Diese Entscheidung war umstritten: Es gab drei Gegenstimmen – eine für eine stärkere Senkung von 50 Basispunkten und zwei für eine Beibehaltung der Zinsen –, was die erste derartige Spaltung seit 2019 markiert. Powell beschrieb die Wahl als „knappe Entscheidung“ und eine „herausfordernde Situation“, da die Fed mit widersprüchlichen Risiken konfrontiert sei: Auf der einen Seite drohe eine höhere Arbeitslosigkeit, auf der anderen eine steigende Inflation.
Im offiziellen FOMC-Statement wird betont, dass die Wirtschaft moderat wächst, die Beschäftigungszuwächse nachlassen und die Inflation „etwas erhöht“ bleibt, hauptsächlich durch Zölle beeinflusst. Powell erklärte, dass „Zölle den Großteil des Inflationsüberschusses verursachen“ und ihre Auswirkungen wahrscheinlich vorübergehend seien – ein „einmaliger Preisanstieg“ –, aber die Fed müsse verhindern, dass dies zu anhaltender Inflation führt. Er hob hervor, dass die Inflation ohne Zölle bereits in den niedrigen 2 %-Bereich fallen würde und der Höhepunkt der Zollauswirkungen im ersten Quartal 2026 erwartet werde. Der Arbeitsmarkt kühle sich „allmählich“ ab, mit einer Arbeitslosenquote, die leicht angestiegen sei, aber die Fed strebe eine „ausgewogene Herangehensweise“ an, um sowohl maximale Beschäftigung als auch 2 %-Inflation zu erreichen.
Bezüglich zukünftiger Zinssenkungen signalisierte Powell Vorsicht: Die Fed sei nun „gut positioniert, um abzuwarten und zu beobachten, wie sich die Wirtschaft entwickelt“. Weitere Anpassungen hingen von eingehenden Daten, dem wirtschaftlichen Ausblick und dem Risikogleichgewicht ab. Die Prognosen der Fed-Mitglieder sehen nur eine Senkung im Jahr 2026 und eine weitere im Jahr 2027 vor, wobei einige Mitglieder gar keine weiteren Senkungen für nötig halten. Powell schloss eine Zinserhöhung aus: „Ich glaube nicht, dass eine Zinserhöhung im Basis-Szenario von irgendjemandem ist.“ Für Januar 2026 sei noch keine Entscheidung gefallen, und die Fed werde monatlich neu bewerten.
Die wirtschaftlichen Projektionen der Fed wurden angepasst und zeigen Optimismus: Das BIP-Wachstum soll 2025 bei 1,7 % und 2026 bei 2,3 % liegen (höher als zuvor prognostiziert), unterstützt durch KI-Investitionen und robusten Konsum. Die Inflation soll Ende 2025 bei 3 % und 2026 bei 2,5 % liegen, mit einer Rückkehr auf 2 % langfristig. Die Arbeitslosenquote wird auf 4,5 % im Jahr 2025 und 4,4 % im Jahr 2026 geschätzt. Powell betonte, dass KI die Produktivität steigern könne, aber auch Jobs verdrängen könnte, und dass Probleme wie Wohnkosten eher angebotsseitig seien.
Zusätzlich kündigte die Fed an, monatlich 40 Milliarden US-Dollar an kurzfristigen Staatsanleihen zu kaufen, um die Liquidität zu sichern, nach dem Ende der Bilanzreduktion. Die Märkte reagierten mit steigenden Aktienkursen, da die Senkung Liquidität fördert, aber Powell warnte vor Unsicherheiten und der Notwendigkeit, beide Mandate der Fed zu balancieren – eine „unübliche Spannung“. Insgesamt unterstreicht Powells Aussage eine vorsichtige, datengetriebene Politik, die auf eine stabile Wirtschaft abzielt, ohne voreilige Schritte.
Fed-Wirtschaftsprognosen (Stand Dezember 2025)
| Indikator | 2025-Prognose | 2026-Prognose | Langfristig |
|---|---|---|---|
| BIP-Wachstum | 1,7 % | 2,3 % | 1,8–2,0 % |
| Inflation (PCE) | 3,0 % | 2,5 % | 2,0 % |
| Arbeitslosenquote | 4,5 % | 4,4 % | 4,0–4,3 % |
| Zinssenkungen | – | 1 | 1 (2027) |
Diese Prognosen basieren auf den Median-Schätzungen der Fed-Mitglieder und berücksichtigen Unsicherheiten wie Zölle und Arbeitsmarktentwicklungen.
Interne Debatten und breitere Implikationen
Die Spaltung im FOMC – mit Stimmen für 0, 25 oder 50 Basispunkte – spiegelt die „persistente Spannung“ zwischen den Zielen wider, wie Powell es nannte. Er erklärte: „Es gibt keinen risikofreien Weg“, und die Fed könne „nicht zwei Dinge gleichzeitig tun“ – also nicht gleichzeitig gegen Inflation und Arbeitslosigkeit vorgehen. Powell zeigte sich optimistisch für das Wachstum 2026, gestützt durch „resilienten“ Konsum und KI-Datenzentren, und betonte die Verpflichtung zur 2 %-Inflation. Abschließend äußerte er den Wunsch, die Wirtschaft in „wirklich guter Verfassung“ an seinen Nachfolger zu übergeben, mit kontrollierter Inflation und starkem Arbeitsmarkt.
Key Citations:
- Fed meeting today: Live updates – CNBC
- Federal Reserve issues FOMC statement
- Live updates: The Fed just cut interest rates for the third-straight time
- US central bank cuts key lending rate by a quarter point – BBC News
- Federal Reserve cuts interest rates by 25 basis points, signals 1 cut …
- Fed Meeting Live Updates: Central Bank Lowers Interest Rates Again
- Fed Meeting Today: Central Bankers Can’t ‚Do Two Things At Once …
- Fed Cuts Key Rate, Signals One More In 2026 As Powell Speaks
