Ukraine-Drohnen legen Moskauer Raffinerie lahm: Russlands Benzin bricht um 40 % ein
WELT-Korrespondent Christoph Wanner gilt als einer der besten und bestvernetzten Journalisten, die den Ukraine-Krieg aus Kiew heraus verfolgen. In seinem aktuellen Bericht zeichnet er ein Bild mit weitreichenden wirtschaftlichen und geopolitischen Konsequenzen: Die systematischen ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien zeigen Wirkung – und zwar massiv.
1.Die Zahlen: Was die Drohnen angerichtet haben
Die jüngsten Angriffe – darunter auf die Raffinerie Kapotnja im Südosten Moskaus, eine der größten Russlands – sind Teil einer systematischen ukrainischen Strategie, die Kriegswirtschaft des Kremls an der Wurzel zu treffen: der Energieversorgung.
2.Stimmung in der Bevölkerung: Verärgerung ohne Aufstand
Die Frage, die viele im Westen beschäftigt: Kippt die öffentliche Meinung in Russland irgendwann? Wanner gibt eine nüchterne Antwort. Die Verärgerung über Treibstoffknappheit und steigende Preise ist real – aber sie reicht laut seiner Einschätzung noch nicht für eine kritische Masse, die zu einem ernsthaften Volksaufstand oder gar einer Palastrevolution gegen Putin führen könnte.
3.Das Wagenburg-Paradox: Wenn Druck das Gegenteil bewirkt
Wanner warnt vor einem Effekt, den Strategieexperten seit Jahrzehnten kennen und den der Westen bei seiner Kalkulation oft unterschätzt: die „Wagenburgmentalität“. Gemeint ist der psychologische Reflex, sich unter äußerem Druck nicht zu öffnen, sondern zu verhärten – und noch enger hinter der Führung zusammenzuschließen.
- Drohnenangriffe auf Moskauer Infrastruktur erzeugen Bilder des bedrohten Vaterlandes – die Kreml-Propaganda nutzt diese gezielt.
- Je näher der Krieg an den russischen Alltag rückt, desto leichter fällt es dem Regime, die Verteidigungserzählung aufrechtzuerhalten.
- Der Westen hofft auf wirtschaftlichen Druck als Hebel – Wanner deutet an, dass dieser Hebel kürzer sein könnte als erhofft.
4.Eskalationsrisiko: Wie weit geht Putin?
Die entscheidende geopolitische Frage bleibt: Wie reagiert Moskau, wenn der wirtschaftliche Druck weiter steigt? Die Optionen reichen von einer Intensivierung des konventionellen Krieges über verdeckte Sabotageakte in Europa bis hin zu nuklearen Drohgebärden – oder im schlimmsten Fall einem tatsächlichen Einsatz taktischer Atomwaffen.
Die NATO-Staaten haben bislang an ihrer Abschreckungsstrategie festgehalten. Doch die Frage, wie belastbar diese rote Linie wirklich ist, beschäftigt Analysten und Bürger gleichermaßen.
☢️ Ihre Einschätzung
Wie hoch schätzen Sie das Risiko ein, dass der Ukraine-Krieg weiter eskaliert – bis hin zu einem Atomwaffeneinsatz oder einer direkten Ausweitung auf Europa?
Hinweis: Diese Abstimmung ist nicht repräsentativ und dient ausschließlich der redaktionellen Meinungsbildung.
Quelle: WELT – Christoph Wanner berichtet aus Kiew (YouTube)