Gold, Inflation und die neue Weltordnung: Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem „In Gold We Trust“ Report
Liebe Leser von manuell360finanz.de,
die globalen Finanzmärkte stehen vor einem massiven Umbruch. In einem hochspannenden Interview auf dem Kanal „Rohstoff Investor“ diskutiert der Top-Edelmetallanalyst Ronald-Peter Stöferle (Incrementum AG) die neuesten Erkenntnisse aus der 20. Jubiläumsausgabe des renommierten In Gold We Trust Reports. Wer die Zukunft unseres Geldes und die kommenden Chancen für Investoren verstehen möchte, kommt an diesen Entwicklungen nicht vorbei.
Hier ist das vollständige Video für euch, bevor wir tief in die wichtigsten Kernaussagen eintauchen:
Ein neues Preisziel: Gold bei über 20.000 US-Dollar?
Stöferle wagt einen Blick 20 Jahre in die Zukunft – bis ins Jahr 2045. Basierend auf der Entwicklung des globalen liquiden Finanzvermögens und der Anlagequote in Gold, ergeben sich in seinem Modell äußerst spannende Szenarien:
- Basisszenario („Soft Landing“): Bei einer konservativen Anlagequote von 2,5 % des weltweiten Finanzvermögens in Gold läge der Preis pro Unze bei rund 6.900 US-Dollar.
- Fragmentierungs- und Inflationsszenario: Sollte sich die Weltwirtschaftsordnung weiter spalten und das Vertrauen in Fiat-Währungen sinken (Anstieg der Goldallokation auf 7,5 %), könnte der Goldpreis auf unglaubliche 20.800 US-Dollar klettern.
Die Neuorganisation des Währungssystems
Das globale Kapital formiert sich neu. Stöferle vergleicht die aktuelle Situation treffend: Die Schwellenländer, allen voran die BRICS-Staaten, positionieren sich aktuell für eine neue Währungsordnung – ähnlich wie deutsche Urlauber auf Mallorca, die früh morgens ihre Strandliegen reservieren. Staaten wie China und Indien kaufen im Hintergrund massive Mengen an physischem Gold, und zwar deutlich mehr, als offizielle Statistiken preisgeben.
Auch Diskussionen um alternative Reservewährungen, wie die geplante „Unit“ (ein Währungskorb, der zu 40 % mit Gold gedeckt sein könnte), zeigen deutlich: Gold erobert seine monetäre Rolle auf der Weltbühne rasant zurück.
Tether: Die neue Schatten-Zentralbank im Goldmarkt
Eine der überraschendsten Entwicklungen ist das Vorgehen des Stablecoin-Giganten Tether. Mit wöchentlichen Käufen von rund zwei Tonnen hat sich Tether zu einem der größten physischen Goldkäufer der Welt entwickelt. Die Einnahmen aus den Zinsen gehaltener US-Staatsanleihen fließen bei Tether direkt in physisches Gold, Minenaktien und Bitcoin. Das Unternehmen baut sich damit faktisch ein eigenes, parallel besichertes Finanzökosystem auf.
Die Antwort der USA: Goldgedeckte Staatsanleihen?
Natürlich können die USA dieser De-Dollarisierung nicht ewig tatenlos zusehen. Führende US-Ökonomen aus dem Umfeld von Donald Trump, wie Dr. Judy Shelton, bringen bereits konkrete Ideen ins Spiel: Um das Vertrauen in den US-Dollar langfristig zu sichern, wird über 50-jährige goldgedeckte Staatsanleihen (Treasury Trust Bonds) diskutiert. Eine solche offizielle Remonetarisierung des Goldes durch die größte Volkswirtschaft der Welt wäre ein absolutes historisches Signal.
Minenaktien: Die aktuell übersehene Chance
Trotz des extrem starken Goldpreises werden Gold- und Silberminenaktien von den großen institutionellen Investoren (den „Generalists“) bislang weitgehend ignoriert. Völlig zu Unrecht, betont Stöferle. Die großen Produzenten haben ihre Bilanzen aufgeräumt, Schulden massiv abgebaut und produzieren aktuell dank gesunkener Kosten und hoher Goldpreise enorme Cashflows (Rekordmargen pro Unze). Diese Kombination aus schlechtem Sentiment und kerngesunden Bilanzen bietet für vorausschauende Investoren aktuell ein fantastisches Setup mit viel Aufwärtspotenzial.
Fazit für manuell360finanz.de
Die Zeichen stehen ganz klar auf einen langfristigen, monetären Goldzyklus. Die globale De-Dollarisierung schreitet im Hintergrund stetig voran, und auch das Thema Inflation wird die Kapitalmärkte strukturell weiter begleiten. Für das eigene Portfolio lautet die Schlussfolgerung daher: Hard Assets – allen voran physisches Gold, Silber, aber auch qualitativ hochwertige Rohstoff- und Minenaktien – werden im kommenden Jahrzehnt entscheidend sein, um Kaufkraft zu sichern und finanzielle Resilienz aufzubauen.
⚠️ Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.