Neue Gründerzeit: Der Appell, den Deutschland jetzt braucht
Monatlich 10.000 Industriearbeitsplätze weg, ein unter Druck stehendes Exportmodell und geopolitische Unsicherheiten wohin man schaut – der Startup-Verband schlägt Alarm. Mit einer klaren Initiative und 10 konkreten Forderungen an die Politik wollen über 100 namhafte Erstunterzeichner Deutschland in eine neue wirtschaftliche Ära führen.
Warum gerade jetzt?
Allein 2025 verlor Deutschland Monat für Monat rund 10.000 Industriearbeitsplätze. Handelskonflikte, der demografische Wandel und geopolitische Verwerfungen setzen das bisherige Exportmodell massiv unter Druck. Der Startup-Verband sieht darin nicht nur eine Bedrohung, sondern eine Weggabelung: Entweder Deutschland umsteuert – oder es verliert den Anschluss an die Länder, die beim Thema Innovation mutig vorangehen.
Der Koalitionsausschuss am 1. Juli gilt als entscheidende Gelegenheit: Bei Steuern, Rente, Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau brauche es jetzt keine weiteren Studien, sondern konkrete Reformen.
Die 10 Forderungen im Überblick
Der vollständige Appell steht auf der Seite des Startup-Verbands. Hier die 10 Kernforderungen kompakt:
Kapitalgedeckte Elemente in allen drei Säulen der Altersvorsorge stärken – mit Venture Capital als elementarem Investitionsbaustein.
Steuerliche und regulatorische Hürden für VC abbauen, Kapitalmarktunion auf EU-Ebene vorantreiben.
Gezielte Flexibilisierung für Spitzenpositionen mit hohen Gehältern – um Talente schneller zu gewinnen und zu binden.
Sozialabgaben erst bei tatsächlichem Geldeingang, nicht bereits bei Anteilsvergabe. Eigene Anteilsklasse für Mitarbeitende im GmbH-Recht.
Bundesregierung soll sich aktiv für die EU Inc. einsetzen und Verwässerung des Kommissionsentwurfs verhindern.
Klares Eintreten für europäische Digitalinteressen und strikte Anwendung des Digital Markets Act gegenüber der Kommission.
Flächendeckende 24-Stunden-Gründung umsetzen und ein Moratorium für neue bürokratische Belastungen.
Nationale IP-Strategie mit Fokus auf Ausgründungen, Entrepreneurship-Education an Hochschulen und Forschungsinstituten.
Öffentliche Beschaffung konsequent für innovative Unternehmen öffnen, meilensteinbasierte Förderung für DeepTech-Startups.
Massive Kapitalmobilisierung für Rechenzentren, faire Zugangsbedingungen – damit Europa nicht dauerhaft von US-Hyperscalern abhängt.
Wer steht dahinter?
Die Initiative wird von Verena Pausder (Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands) und Christoph J. Stresing (Geschäftsführer) angeführt. Über 100 namhafte Erstunterzeichner haben sich bereits hinter den Appell gestellt – darunter Gründerinnen wie Lea-Sophie Cramer und Kati Ernst, VC-Schwergewichte wie Christian Meermann (Cherry Ventures) und Hanno Renner (Personio-Gründer), aber auch Stimmen aus der klassischen Wirtschaft wie René Obermann (Airbus-Chairman) und Brigitte Zypries (ehemalige Bundesministerin).
Den vollständigen Appell lesen, unterzeichnen und mehr über die Initiative erfahren:
→ Zur Initiative „Neue Gründerzeit“Quelle: Startup-Verband – Neue Gründerzeit