COMEX Silber: Massive Short-Positionen europäischer Banken und die laufende Auslieferungsphase im Januar 2026
In den letzten Wochen und Monaten brodelt es im Silbermarkt wie selten zuvor. Gerüchte über extrem hohe Short-Positionen bei europäischen Großbanken halten sich hartnäckig – und die offiziellen Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) geben diesen Spekulationen durchaus Nahrung.
Die CFTC-Daten sprechen eine klare Sprache
Laut dem aktuellen Bank Participation Report (Stand Januar 2026) halten Non-US-Banken (vor allem europäische und internationale Institute) netto rund -41.000 Kontrakte short in Silber-Futures. Bei einem Kontraktvolumen von je 5.000 Feinunzen entspricht das etwa 206 Millionen Unzen physischem Silber – eine enorm hohe Netto-Short-Position.
• US-Banken sind sogar leicht net long (+ ca. 5 Mio. Unzen).
• Die gesamte Short-Belastung konzentriert sich also auf die 16 Non-US-Banken.
Welche Institute genau dahinterstecken, nennt die CFTC nicht namentlich – doch in Analysen und Community-Diskussionen fallen immer wieder Namen wie HSBC, UBS, Deutsche Bank und Standard Chartered. Diese Banken sind historisch stark in Edelmetall-Derivaten aktiv und fallen klar in die Non-US-Kategorie.
Aktuelle Lage: Januar 2026 – Die Auslieferung läuft bereits auf Hochtouren
Wir befinden uns mitten in der physischen Auslieferungsphase des Januar-2026-Kontrakts (SIF26):
- First Delivery Day: 2. Januar 2026
- Last Delivery Day: 30. Januar 2026
- Last Trading Day: 28. Januar 2026
Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres zeigt der Markt ungewöhnlich starke Aktivität. Die Delivery Notices (Auslieferungsanzeigen) liegen deutlich über dem Durchschnitt früherer Januar-Monate – teilweise berichten Quellen von mehreren Tausend Kontrakten, die physisch „gestanden“ werden.
Die nächste große Runde startet übrigens schon bald:
- Februar 2026 (SIG26) – First Notice Day: 30. Januar 2026
- First Delivery Day: 2. Februar 2026
Warum das Ganze so spannend (und riskant) ist
Wenn Long-Positionen massiv physische Lieferung fordern und die Short-Seite nicht genug registriertes Silber in den COMEX-Lagern hat, kann das zu einem klassischen Short Squeeze führen: Shorts müssen teuer zukaufen → Preis steigt explosionsartig → weitere Shorts werden gezwungen, Positionen zu schließen.
Aktuell notiert Silber auf Rekordniveaus – Stand 10. Januar 2026 um die 79–80 USD pro Unze (mit starken Tagesgewinnen von über +6 % in jüngsten Handelsdaten). Externe Faktoren wie Chinas Exportbeschränkungen für raffiniertes Silber (seit 1. Januar 2026) verknappen die globale Versorgung zusätzlich.
Das hier ist keine Anlageberatung! Edelmetallmärkte sind extrem volatil. Wer physisches Silber oder Futures handelt, sollte nur mit Geld spielen, dessen Verlust man verkraften kann. Für aktuelle Zahlen immer direkt die offiziellen Quellen prüfen:
• CFTC Bank Participation Reports → cftc.gov
• COMEX Delivery Notices (täglich) → cmegroup.com
Fazit
Der Silbermarkt zeigt derzeit alle Zutaten für eine sehr volatile Phase: Hohe Short-Konzentration bei europäischen Banken, starke physische Nachfrage und eine enge Lieferphase. Ob es tatsächlich zu einem dramatischen Squeeze kommt, hängt von vielen Variablen ab – aber die Risiken sind real.
Bleibt dran – ich werde den Silbermarkt weiter beobachten und bei Bedarf updaten.
Hast du Fragen oder eigene Beobachtungen zum Thema? Schreib gerne in die Kommentare!
