Sozialversicherungsbeiträge auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen:
Vor- und Nachteile für Aktien-, ETF- & Optionsanleger
Analyse + zwei konkrete Alternativen für Privatanleger (Stand Februar 2026)
von Manuel • 15. Februar 2026
Die SPD möchte Sozialversicherungsbeiträge (KV + PV) auf Kapitalerträge und Mieteinnahmen einführen. Ich habe mir den Vorschlag genau angeschaut – und zwei realistische Alternativen durchgerechnet, die für Aktien- und ETF-Anleger deutlich besser wären.
1. Der aktuelle SPD-Vorschlag
Zusätzliche SV-Beiträge (ca. 15–22 %) zusätzlich zur Abgeltungsteuer (26,375 %). Keine Abschaffung der Abgeltungsteuer, keine Absetzbarkeit von Trading-Tools.
2. Dein Szenario: Abgeltungsteuer entfällt → progressive Einkommensteuer + SV-Beiträge
Dann wären plötzlich alle Kosten voll absetzbar:
- TradingView (Essential/Pro/Premium)
- Marktdaten-Abos, Bloomberg, Refinitiv
- Finanzzeitschriften, Börse-Online, Handelsblatt
- Backtesting-Software, Steuertools (Blockpit etc.)
- Anteilige Internet- & Stromkosten, Seminare, Bücher
Bei 3.800 € jährlichen Kosten und 42 % Grenzsteuersatz sparst du ca. 1.600 € Steuern pro Jahr – nur durch die Absetzbarkeit.
3. Die beste Alternative: Deutliche Erhöhung des Grundfreibetrags
Statt 12.348 € (2026) auf 25.000 € oder sogar 50.000 € anheben.
| Grundfreibetrag | Steuerfreies Depot bei 5 % Rendite |
|---|---|
| 12.348 € | ca. 247.000 € |
| 25.000 € | ca. 500.000 € |
| 50.000 € | ca. 1.000.000 € |
Viele Mittelschicht-Depots (200.000–600.000 €) könnten dann lebenslang privat bleiben – ohne vermögensverwaltende GmbH, ohne zusätzliche Buchführung.
Fazit für Aktien-, ETF- & Optionshändler
- Buy-and-Hold-ETF-Sparer: Ein hoher Grundfreibetrag wäre die einfachste und beste Lösung.
- Aktive Options- & Daytrader: Progressive Besteuerung + volle Absetzbarkeit der Tools wäre ein echter Gewinn.
- Ab ca. 1–1,5 Mio. € Depot bleibt die vermögensverwaltende GmbH meist die günstigste Variante.
