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Gasspeicher auf Tiefstand: Droht Deutschland 2026 eine Gasmangellage?

Deutschlands Gasversorgung im Winter 2025/2026: Risiken und Prognosen

Deutschlands Gasversorgung im Winter 2025/2026: Risiken, Prognosen und Politische Implikationen

Im Januar 2026 steht Deutschland vor einer der prekärsten Energiesituationen seit der Krise von 2022. Mit Gasspeicherständen auf historisch niedrigen Niveaus – bundesweit bei etwa 37 % – mehren sich die Warnungen vor einer potenziellen Gasmangellage. Diese Analyse fasst aktuelle Daten zusammen, beleuchtet Ursachen und Risiken und integriert Einblicke aus einem aktuellen Video von Kolja Barghoorn auf dem Kanal „Aktien mit Kopf“. Basierend auf Quellen wie der Bundesnetzagentur, INES und unabhängigen Berichten, zeichnet sich ein Bild ab, das Stabilität mit erheblichen Unsicherheiten verbindet.

Aktuelle Speicherstände und Trends

Die Gasspeicher in Deutschland, mit einer Gesamtkapazität von rund 251 TWh, sind Ende Januar 2026 zu 36,77 % gefüllt (92,35 TWh). Dies markiert einen der niedrigsten Werte zu diesem Zeitpunkt in den letzten Jahren – im Vergleich zu 60 % im Januar 2025 oder über 50 % in den Vorkrisenjahren. Tägliche Entnahmeraten betragen etwa 1.776 GWh, getrieben durch kühleres Wetter (Durchschnittstemperatur von -0,8 °C in der ersten Januarwoche), während Importe bei ca. 3 TWh pro Tag den Verbrauch ausgleichen.

Besonders kritisch sind Einzelspeicher wie Breitbrunn in Bayern (drittgrößter Speicher mit 11,5 TWh Kapazität), der nur zu 19 % gefüllt ist (2,2 TWh), und Rehden in Niedersachsen (11 % gefüllt). Regulatorische Mindeststände – 40 % für bayerische Speicher bis 1. Februar – werden voraussichtlich verfehlt. Der Betreiber Uniper plant die Schließung von Breitbrunn bis 31. März 2027, nach einem letzten Wintereinsatz, da der Betrieb unwirtschaftlich ist.

Datum Füllstand (%) Tägliche Veränderung (%) Entnahmerate (GWh/Tag) Vergleich zu Vorjahr (%)
01.01.2026 57,07 -23
21.01.2026 40 -0,8–1,0 ca. 1.000 -20–25
25.01.2026 36,77 -0,62 1.776 -21
26.01.2026 36,77 -0,70 1.776 -40 (täglich)

Diese Tabelle basiert auf Daten von AGSI und der Bundesnetzagentur und illustriert den kontinuierlichen Rückgang. Ohne extreme Kälte bleibt die Situation handhabbar, doch ein anhaltender Frost könnte den Füllstand rasch unter 20 % drücken, wo Entnahmen technisch ineffizient werden.

Ursachen der Niedrigen Füllstände

Die Krise resultiert aus einer Mischung struktureller und akuter Faktoren:

  • Regulatorische Hürden: Feste Füllvorgaben (z. B. 80 % bis November) verhindern marktwirtschaftliche Arbitrage – günstigen Einkauf im Sommer für teuren Verkauf im Winter. Betreiber wie Uniper sehen darin „Unsinn“, da dies die Rentabilität untergräbt.
  • Wirtschaftliche Unrentabilität: Speicherbetrieb ist bei negativen Margen nicht tragfähig, was zu Schließungsplänen führt. Globale Ereignisse, wie ein Blizzard in den USA, der Gaspreise um 60 % steigen ließ, verteuern LNG-Importe und erschweren Nachfüllungen.
  • Politischer Kontext: Seit dem Ausstieg aus russischem Gas (EU-Ziel bis 2027) hängt Deutschland von Norwegen, den USA und EU-Nachbarn ab. Der milde Dezember 2025 verhinderte Engpässe, doch der kühlere Januar 2026 und fehlende Diversifikation (Überbetonung von Wind und Solar) erhöhen die Vulnerabilität.
  • Historische Abhängigkeiten: Vor dem Ukraine-Krieg deckte Russland einen Großteil des Bedarfs; Sanktionen und der Atomausstieg haben Lücken geschaffen, die nicht vollständig gefüllt wurden.

Einblicke aus dem Video von „Aktien mit Kopf“

Kolja Barghoorns Video, hochgeladen am 27. Januar 2026, betitelt „EIL-Update Uniper! Gasspeicher in Bayern wird geschlossen! 19% Füllstand! Desaster für Deutschland!“, liefert eine scharfe Kritik an der aktuellen Lage. Barghoorn warnt vor „massiven Gasengpässen“ durch politische Fehlentscheidungen, wie die Nationalisierung von Uniper ohne Verantwortung und den Verzicht auf langfristige Verträge. Schlüsselstatistiken: Breitbrunn bei 19 % (statt 40 % gefordert), bundesweit 36 % statt 57 % zum Jahresstart. Prognosen: Wirtschaftliche Schäden durch Produktionskürzungen, Abhängigkeit von Norwegen und Frankreich, und Risiken durch externe Störungen wie US-Wetterereignisse.

Barghoorn empfiehlt, Marktanreize wiederherzustellen, um Speicher attraktiv zu machen, und kritisiert die EU-Phas-out von russischem Gas als ideologisch getrieben. Das Video unterstreicht, dass Regulierungen Arbitrage verhindern und zu Unrentabilität führen, was Schließungen wie Breitbrunn begünstigt.

Hier ist das integrierte Video für detaillierte Einblicke:

Relevante Abschnitte: Ab 1:39 min werden nationale Stände diskutiert, ab 4:22 min die Regulierungskritik.

Risikobewertung und Prognosen

Die Bundesnetzagentur sieht keine unmittelbare Alarmstufe, da Importe (3 TWh/Tag) den Verbrauch decken. Dennoch schätzen Experten wie INES ein Risiko von 20–40 % für Engpässe bis März 2026 bei anhaltender Kälte. Szenarien:

  • Basisszenario (mildes Wetter): Stände sinken auf 25–30 %, aber keine Rationierung; 30 %-Vorgabe einhaltbar.
  • Risikoszenario (Kältewelle): Vollständige Entleerung bis März; Wahrscheinlichkeit 14–43 %, mit Priorisierung von Haushalten und Industriebelastung (z. B. Chemie- und Stahlschmelzen).
  • Extremszenario: Kombinierte Störungen (z. B. LNG-Ausfälle durch US-Blizzards) könnten Schäden von bis zu 40 Mrd. € verursachen.

Kurzfristig (Tage): Unter 10 % Risiko, da Trends kompensierbar. Mittelfristig: Höheres Risiko bei Polarwirbel-Einflüssen.

Politische und Wirtschaftliche Implikationen

Die Abschaffung der Gasspeicherumlage ab 2026 entlastet Verbraucher um 3 Mrd. €, doch Kritiker wie Barghoorn sehen darin nur Symptombehandlung. Langfristig droht Industrieabwanderung durch hohe Kosten und Unsicherheit. Empfehlungen umfassen:

  • Ausbau von LNG-Infrastruktur und heimischer Erkundung (Nordsee-Reserven).
  • Überprüfung regulatorischer Vorgaben für mehr Flexibilität.
  • Diversifikation jenseits Erneuerbarer, inklusive langfristiger Verträge.

Haushalte sind gesetzlich priorisiert; Engpässe träfen primär die Industrie. Energiesparen bleibt essenziell.

Fazit

Trotz Stabilität birgt die Situation Risiken, die durch bessere Politik abgemildert werden könnten. Das Video von Kolja Barghoorn unterstreicht die Dringlichkeit und fordert marktorientierte Lösungen. Für Updates konsultieren Sie die Bundesnetzagentur oder INES-Berichte.